Martin Rost
Publikationen

Digitalfunksignale im Amateurfunk



Martin Rost
https://www.maroki.de/pub/technology/digidecode/digidecode.html
Version: 1.2, 2017/08
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Dies ist eine Serie von aufeinander aufbauenden Artikeln über Digimodes im Amateurfunk (insbesondere PSK31, JT65 und CW (Morsen)) und über KW-Empfänger (KW-Radios, Amateurfunkgeräte, Software-Defined-Radios (SDR)). Wenn man aktiv in einem Digimode funken möchte, setzt das keine Amateurfunklizenz voraus, Digimodes funktionieren auch im für jedermensch zugänglichen CB-Funkbereich. Den vorläufigen Abschluss bildet ein Artikel zu E-Mailen per Kurzwelle.

Artikel-Übersicht:

Der 1. Artikel der Artikelserie führt in das Dekodieren von Digitalsignalen im Bereich der Kurzwelle des Amateurfunks ein. Diese Signale können mit Kurzwellen-Radios bzw. "Weltempfängern" empfangen werden. Um den Einstieg in den Empfang von Digimodes zu finden, müssen Sie kein Funkamateur sein und Sie brauchen nicht einmal einen eigenen Empfänger. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe an KW-Empfängern, die über Internet erreichbar sind und sich fernsteuern lassen (einige Funkamateure versuchen auf diese Weise, ihre eigenen Aussendungen weltweit zu empfangen). Rechtlich bestehen auch keinerlei Bedenken: Jeder Mensch darf Amateurfunksendungen "belauschen", Funkamateure sind gehalten, keine Privatkommunikation zu führen und ihren Sendebetrieb im Grunde als technisches Experiment aufzufassen. In diesem Artikel werden die wesentlichen Funktionen der Dekodierprogramme WSJT-X und fldigi sowie Aspekte des Amateurfunkbetriebs (Rufzeichen, Locator, spezielle Abkürzungen) vorgestellt.

Im 2. Artikel wird der Betrieb von WSJT-X und fldigi mit einem KW-Radio, einem SDR oder einem Amateurfunkgerät gezeigt. Die am häufigsten im Amateurfunk genutzten Digimodes sind JT65, JT9, PSK31, PSK63 und RTTY sowie natürlich CW, also das Morsen. (2017/08: Ganz neu ist der Digimode FT8 hinzugekommen.)

Im 3. Artikel beschreibe ich einige systematisch durchgeführte Tests von SDRs, Radios, Amateurfunkgeräten, Programmen und Antennen. Miteinander verglichen werden die KW-Empfänger FuncubePro, FiFi V2.0, Pappradio, ELAD FDM-S1, RTL2832 mit integriertem Upconverter, der SDR-Tranceiver Flexradio 1500, die Funkgeräte aus dem unteren Preissegment Yaesu FT857D, Icom 706Mk2, Kenwood TS120S, sowie die Weltempfänger Sangean ATS909, Degen 1103, WE-216M; verglichen werden auch die JT65-Dekodierprogramme WSJT-X_V1.6, JT65-HF_HB9HQX V3.5 und JTDX 17.8; die SDR-Steuerungsprogramme HDSDR, SDR# und PowerSDR sowie die Empfangsleistungen verschiedener Antennen. (Nachtrag: 2017/08: WSJT-X V1.8 bietet einige neue Digimodeformate, darunter FT8.)

Durchgeführt habe ich diese Vergleiche der Leistungsfähigkeit der Geräte und Programme, weil ich wissen wollte, was ich unter welchen Empfangsumständen optimal einsetzen sollte. Mein Ziel war, einmal möglichst weit oben in einem Ranking der weltweit besten Empfangsstationen zu landen, und zwar am liebsten auch noch über alle Amateurfunkbänder hinweg. Ein solches Ranking erstellt die Internet-Plattform PSK-Reporter anhand von Empfangsmeldungen, die von den Dekodierprogrammen automatisch erstellt und verschickt werden. PSK-Reporter zeigt oftmals nur wenige Sekunden später alle Meldungen auf einer Weltkarte an. Funkamateure können auf diese Weise fast sofort erkennen, wo überall auf der Welt das Signal ihrer Funkstation gehört wird, ein unglaublicher Luxus.

Im 4. Artikel beschreibe ich, wie man bei einigermaßen guten Empfangsmöglichkeiten im PSK-Reporter unter die weltweit Top 20 der Empfangsstationen der vergangenen 24 Stunden gelangen kann. Mir standen für diesen Versuch mehrere unterschiedliche Kurzwellen-Empfänger (darunter mehrere SDRs), eine 23m-lange horizontal aufgespannte Drahtantenne, eine 5.50m lange Vertikalantenne sowie zwei mittelprächtige PCs zur Verfügung. Wenn man über nur einen SDR verfügt und sich auf nur ein Amateurfunkband konzentrieren möchte, ist der Aufwand gering, um im Ranking unter den Top20 aufgeführt zu werden. Das beste Preisleistungsverhältnis für einen guten SDR bietet aktuell der Funcube Pro, der gebraucht so um die 100 Euro angeboten wird (neu: 199 Euro).

Im 5. Artikel beschreibe ich, wie man ohne Amateurfunklizenz aktiv weltweit am Digitalfunk teilnehmen kann. Zwar bevorzuge ich den Amateurfunkbereich, aber es gibt überhaupt keinen Grund, CB-Funk gering zu schätzen. Leider sind aktuell (Sommer 2017) die Ausbreitungsbedingungen im Wellenlängenbereich des CB-Funks bei 11m schlecht; manchmal kommen viele Tage lang keine Verbindungen zustande. Aber das ändert sich im Rhythmus von 11 Jahren. Irgendwann wird es wieder ein Leichtes sein, wochenlang von Deutschland per CB-Funk Stationen aus ganz Europa, aus Australien und Südamerika zu erreichen.

Im 6. Artikel führe ich in die Installation und Konfiguration des CW-Skimmer ein. Der CW-Skimmer ist ein kommerzielles Programm zum automatischen Dekodieren von Morsecode. Der Skimmer-Einsatz macht Sinn nur zusammen mit einem SDR, weil die Bandbreite des Audiosignals 24kHz überstreichen können sollte. Es muss ein bißchen Aufwand getrieben werden, um das SDR-Steuerungsprogramm HDSDR, das ich als Beispiel benutze, und den CW-Skimmer miteinander zu verbinden, so dass am Ende die dekodierten Rufzeichen der Funkamateure automatisch an den PSK-Reporter geschickt werden. Es zeigt sich: Im Ranking des PSK-Reporter macht die Verwendung des CW-Skimmers den Unterschied aus, ob man mit JT65-Decodes auf Platz 15 oder mit JT- und CW-Decodes unter den Top 3 landet.

Im 7. Artikel zeige ich, wie man auf Amateurfunkfrequenzen E-Mail ins Internet zu einem x-beliebigen Mailnutzer verschicken bzw. aus dem Internet von einem x-beliebigen Mailabsender empfangen kann. Ich stelle das System Winlink mit dem Transportprotokoll Winmor vor. Einen ersten Hype zu diesem Thema gab es so um 2010 herum, zu dieser Zeit wurden auch die ersten Anleitungen dazu publiziert. Allerdings tat ich mich anfangs mit Rückgriff auf diese Doku erstaunlich schwer, bis ich endlich eine erste Testmail erfolgreich an mich selber verschicken konnte. Ich nehme für meine Kurzanleitung als Ausgangspunkt einen Leser an, der sich mit der Technik und den Abläufen der Digimodes grundsätzlich auskennt, denn Winlink basiert auf nichts anderem, und eigentlich nur wissen will, wie man mit einer Digimode-fähigen Sendeanlage per Kurzwelle einen Connect zum nächsten Server hinbekommt.

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