Martin Rost
Publikationen

Digitalfunksignale im Amateurfunk



Martin Rost
https://www.maroki.de/pub/technology/digidecode/digidecode.html
Version: 1.1, 2017/05
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Dies ist eine Serie von aufeinander aufbauenden Artikeln über Digimodes (insbesondere JT65 und PSK31), über den Vergleich von KW-Empfängern (KW-Radios, Amateurfunkgeräten, Software-Defined-Radios (SDR)) und Dekodierprogrammen für Digimodes sowie das aktive Funken von Digimodes. Den vorläufigen Abschluss bildet ein Artikel zum E-Mailen per Kurzwelle per Winlink.

Artikel-Übersicht:

Im 1. Artikel werden die wesentlichen Komponenten im Kontext der SDR vorgestellt. Das Ziel ist, einen effektiven Einstieg in das Thema zu geben. Die Artikelserie ist auf das Dekodieren von Digitalsignalen bzw. der "Digimodes" im Bereich der Kurzwelle des Amateurfunks fokussiert, wie er typischerweise von Kurzwellen-Radios bzw. "Weltempfängern" überstrichen wird, nämlich von 150kHz bis 30MHz. Um den Einstieg in die Digimodes zu finden, müssen Sie kein Funkamateur sein und Sie brauchen nicht einmal einen eigenen Empfänger. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe an KW-Empfängern, die über Internet erreichbar sind und sich fernsteuern lassen (einige Funkamateure versuchen auf diese Weise, ihre eigenen Aussendungen weltweit zu empfangen). Rechtlich bestehen dadurch auch keinerlei Bedenken: Jeder Mensch darf Amateurfunksendungen "belauschen", Funkamateure sind gehalten, keine Privatkommunikation zu führen und ihren Sendebetrieb im Grunde als technisches Experiment aufzufassen.

Im 2. Artikel geht es darum, die wesentlichen Funktionen der Dekodierprogramme WSJT-X und fldigi sowie Aspekte des Amateurfunks kennenzulernen. Nunmehr aber unter der Voraussetzung, dass ein KW-Radio oder ein Amateurfunkgerät oder ein SDR zur Verfügung steht. Die am häufigsten im Amateurfunk genutzten Digimodes sind JT65, JT9, PSK31, PSK63 und RTTY sowie natürlich CW, also das Morsen.

Im 3. Artikel beschreibe ich einige systematisch durchgeführte Tests von SDRs, Radios, Amateurfunkgeräten, Programmen und Antennen. Miteinander verglichen werden die KW-Empfänger FuncubePro, FiFi V2.0, Pappradio, ELAD FDM-S1, RTL2832 mit integriertem Upconverter, der SDR-Tranceiver Flexradio 1500, Yaesu FT857D, Icom 706Mk2, Kenwood TS120S, Sangean ATS909, Degen 1103, WE-216M; die JT65-Dekodierprogramme WSJT-X_V1.6 und JT65-HF_HB9HQX V3.5; die SDR-Steuerungsprogramme HDSDR, SDR# und PowerSDR sowie die Empfangsleistungen verschiedener Antennen; alles jeweils differenziert nach Amateurfunkbändern.

Durchgeführt habe ich diese Vergleiche der Geräte untereinander, weil ich wissen wollte, welches dieser Geräte ich unter welchen Empfangsumständen optimal einsetzen sollte. Ziel: Einmal möglichst weit oben in einem Ranking der weltweit besten Empfangsstationen zu landen, und zwar am liebsten auch noch über alle Amateurfunkbänder hinweg. Ein solches Ranking erstellt die Internet-Plattform PSK-Reporter, die von den Dekodierprogrammen erstellte und automatisiert verschickte Empfangsreporte entgegennimmt, auswertet und nur wenige Sekunden später auf einer Weltkarte darstellt. Funkamateure können auf diese Weise fast sofort erkennen, wo überall auf der Welt das Signal ihrer Funkstation gehört wird.

Im 4. Artikel beschreibe ich, wie man bei einigermaßen guten Empfangsmöglichkeiten im PSK-Reporter unter die weltweit Top 20 der Empfangsstationen der vergangenen 24 Stunden gelangen kann. Mir standen für diesen Versuch mehrere unterschiedliche Empfänger, eine 23m-lange horizontal aufgespannte Drahtantenne, eine 5.50m lange Vertikalantenne sowie zwei mittelprächtige PCs zur Verfügung. Wenn man sich auf nur ein Amateurfunkband konzentriert, ist der Aufwand gering, man kann mit einem einzigen SDR auskommen, den man dann allerdings auch maximal ausreizen muss. Das beste Preisleistungsverhältnis bietet der Funcube Pro, der gebraucht ab 100 Euro, neu ab 199 Euro zu kaufen ist.

Im 5. Artikel beschreibe ich, wie man ohne Amateurfunklizenz aktiv weltweit am Digitalfunk teilnehmen kann. Zwar bevorzuge ich den Amateurfunkbereich, aber es gibt überhaupt keinen Grund, CB-Funk gering zu schätzen. Leider sind aktuell (Jahreswechsel 2016/2017) die Ausbreitungsbedingungen im Wellenlängenbereich des CB-Funks bei 11m schlecht; manchmal kommen viele Tage lang keine Weitverbindungen zustande. Aber das ändert sich im Rhythmus von 11 Jahren. Irgendwann wird es wieder ein Leichtes sein, um wochenlang von Deutschland per CB-Funk Stationen aus ganz Europa, aus Australien und Südamerika zu erreichen.

Im 6. Artikel führe ich in die Installation und Konfiguration des CW-Skimmer ein. Der CW-Skimmer ist ein kommerzielles Programm zum automatischen Dekodieren von Morsecode. Der Skimmer-Einsatz macht wirklich Sinn nur gekoppelt mit einem SDR. Es muss ein bißchen Aufwand getrieben werden, um HDSDR und CW-Skimmer miteinander zu verbinden, so dass am Ende die dekodierten Rufzeichen der Funkamateure automatisch an den PSK-Reporter geschickt werden. Es zeigt sich: Im Ranking des PSK-Reporter macht die Verwendung des CW-Skimmers den Unterschied aus, ob man mit reinen JT-Decodes auf Platz 15 oder mit JT- und CW-Decodes auf Platz 3 landet.

Im 7. Artikel zeige ich, wie man auf Amateurfunkfrequenzen E-Mail ins Internet zu einem x-beliebigen Mailnutzer verschicken bzw. aus dem Internet von einem x-beliebigen Mailabsender empfangen kann. Ich stelle das System Winlink und als Transportprotkoll Winmor vor. Einen ersten Hype zu diesem Thema gab es so um 2010 herum, zu dieser Zeit wurden auch die ersten Anleitungen dazu publiziert. Allerdings tat ich mich anfangs erstaunlich schwer, bis ich endlich eine erste Testmail erfolgreich an mich selber verschicken konnte. Ich nehme als Ausgangspunkt einen Leser an, der sich mit der Technik und den Abläufen der Digimodes grundsätzlich auskennt und eigentlich nur wissen will, wie man mit einer Digimode-fähigen Sendeanlage per Kurzwelle einen Connect zum nächsten Server hinbekommt.

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